Was wäre wenn?
Schrecklich, diese immer wiederkehrende Frage. Man malt sich aus, was alles besser hätte sein können und vergisst, was alles hätte schlechter werden können.
Die eine derartige Frage, die mir ständig in den Sinn kommt, ist die nach meinem Vater. Was wäre, wenn er nicht so früh gestorben wär? Wie wär ich, wenn ich ihn kennengelernt hätte? Jedes Jahr zu seinem Todestag weigere ich mich, schöne Dinge zu unternehmen, weil ich mich diesem völlig Fremden durch mir unerklärliche Umstände so verbunden fühle. Und, weil ich so viel positives in ihn hineindenke.
Dabei weiß ich doch selbst - so gut, wie ich ihn in meinem Kopf mache, war er sicher nicht, denn niemand ist immer nur gut. Ich projiziere alles, was ich sein möchte, auf meine Vorstellung von ihm.
Aber was bringt mir das? Warum frage ich mich immer wieder, was passiert wäre, würde er noch leben? Ich werde es nie erfahren. Ich sollte meine Kraft nicht so verschwenden. Ich sollte sie lieber darauf verwenden, mich zu der Person zu machen, die ich sein möchte. An meinen Schwächen arbeiten und meine Stärken ausbauen. Meine Träume verwirklichen.
Denn das ist sicher: Wenn er nur halb so gut war, wir ich es mir wünsche, hätte er sich nichts anderes für mich gewünscht.